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DIE WASSERSTOFF-PRODUKTIONSANLAGE

Die Wasserstoffproduktionsanlage ist neben dem Wasserkraftwerk Birsfelden (KWB) geplant und bezieht von diesem CO2-neutralen, erneuerbaren Strom.
Der grösste Anteil des Stroms geht an den Elektrolyseur, das Herzstück der Anlage. Im Elektrolyseprozess entstehen aus Wasser und Strom Wasserstoff und Sauerstoff. Das benötigte Wasser beziehen wir über eine Trinkwasserleitung. Der Wasserstoff wird nach der Produktion via Kompressor entweder direkt in den Transporttrailer befüllt oder, falls der Trailer voll ist, in einem Speicher zwischengelagert. Der bei der Produktion entstandene Sauerstoff wird direkt an die Umgebung abgegeben.

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PROZESSDIAGRAMM WASSERSTOFFANLAGE

Der Transporttrailer kann durch eine automatisch überwachte Anlage ohne Aufsichtspersonal befüllt werden. Ist ein Trailer voll, wechselt das System automatisch zum nächsten Trailer oder zum Zwischenspeicher. Der Abtransport der vollen Trailer geschieht werktags mit zwei bis drei Abholungen zwischen 10 und 16 Uhr oder früh morgens resp. spät abends. In diesen Zeitfenstern ist das Verkehrsaufkommen gemäss Zählung am geringsten. 

 

Bei der Elektrolyse entsteht Abwärme. Diese geben wir mittels Wärmepumpe und Wärmetauscher an die benachbarte Fernwärmezentrale der Alternativ-Energie Birsfelden (AEB) ab

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HAUPTKOMPONENTEN

Die Anlage besteht aus fünf Hauptkomponenten: 

ELEKTROLYSEUR

Der Elektrolyseur spaltet Wasser mittels elektrischen Stroms in Sauerstoff und Wasserstoff. Dafür braucht es einen Gleichrichter für den Strom und eine Wasserreinigungsanlage für das Prozesswasser. Die elektrische Leistung des Elektrolyseurs beträgt ca. 2500 kW. Er stellt ca. 450 Nm³ Wasserstoff pro Stunde her. Elektrolyseur, Gleichrichter und Nebenaggregate werden in der Produktionshalle untergebracht

KOMPRESSOREN

Die speziell für Wasserstoff ausgelegten Kompressoren verdichten das Gas von 30 bar entweder auf 350 bar für die direkte Befüllung der Transporttrailer oder, falls die Trailer voll sind, auf 500 bar für den Zwischenspeicher. Die Kompressoren werden in einem separaten Raum in der Trailerbefüllstation installiert. 

WASSERSTOFFZWISCHENSPEICHER

Der Wasserstoffspeicher wird zwischen den beiden Gebäuden positioniert. Er dient zur Zwischenaufnahme von Wasserstoff bei gefülltem oder fehlendem Trailer. Der Speicher ist als Rohrbündelspeicher nach den gängigen Sicherheitsstandards und entsprechender Zertifizierung durch eine spezialisierte Firma gebaut. Die Befüllung erfolgt über die Kompressoren oder via Trailer. Der Speicher kann 500 kg Wasserstoff bei einem Druck von 500 bar speichern. 

TRAILERBEFÜLLANLAGE

In der Trailerbefüllstation befindet sich die Trailerbefüllanlage. Über diese wird das Wasserstoffgas kontrolliert in die Trailer gefüllt. Das übergeordnete Leitsystem überwacht den Prozess ständig und kann jederzeit zwischen den beiden Trailern oder dem Zwischenspeicher umschalten oder den Prozess abbrechen. Die Anlage entspricht den gängigen Sicherheitsstandards und ist entsprechend zertifiziert. 

WÄRMEPUMPE

Die entstehende Abwärme vom Elektrolyseur und der Kompressoren wird in das Fernwärmenetz der Alternativ-Energie Birsfelden (AEB) eingespeist. Mittels Wärmetauscher und Pumpen wird die Abwärme an einen Wärmepumpenkreislauf gegeben. Dieser bringt die Abwärme auf das Temperaturniveau des Fernwärmenetzes. Somit kann der grösste Teil der Wärme zurückgewonnen, ein grosser Teil des AEB-Wärmebedarfs abgedeckt und die Effizienz der Wasserstoffanlage gesteigert werden. 

Image by Marko Blažević

STANDORT

Die Anlage kommt am östlichen Ende des heutigen Kraftwerksgeländes zu liegen und besteht aus zwei Baukörpern:  

 

Die eigentliche Wasserstoff-Produktionshalle in der Verlängerung der Fernwärmezentrale der Firma AEB/Primeo Energie (Gebäude 92 auf dem Plan)  

 

Die Befüllstation östlich davon. 

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DIE

NEUBAUTEN

Die geplanten Neubauten für die Wasserstoffproduktionsanlagen übernehmen Querschnitt, Fassaden- und Farbgestaltung der bestehenden Gebäude und fügen sich somit optisch gut ein.

2–3 ABHOLUNGEN PRO TAG

Der produzierte Wasserstoff wird in Container abgefüllt und mit Lastwagen abtransportiert. Pro Tag sollen zwei bis drei Abholungen erfolgen, und zwar ausserhalb der Stosszeiten, wenn wenig Publikumsverkehr herrscht. Bereits heute gibt es motorisierten Verkehr zum und vom Kraftwerksareal. Die Lastwagen werden im täglichen Verkehr kaum auffallen, da sie Standardcontainer laden (Gesamtlänge rund neun Meter). Daher wird die Mehrbelastung der Brücke gering sein.

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SO SICHER WIE BENZIN

Wasserstoff ist ein farb- und geruchloses Gas, das etwa 14 Mal leichter ist
als Luft. Der Transport von Wasserstoff ist vergleichbar mit dem Transport von Benzin oder Heizöl, wobei die pro Fahrt transportierte Energiemenge beim Wasserstoff viel geringer ist. Die Wasserstoff­produktion ist ein erprobtes und sicheres Verfahren.